Dienstag, 10. Februar 2015

Frisch gepreßt #330: She & Him "Classics"


Dies ist ein Notfall. Seit Wochen sitzt der Sailer in seinem Kämmerlein, dröhnt sich mit den weltvernichterischen Hymnen der österreichischen Band Wanda die Hirnrinde weg und wird immer grauhäutiger. Das kann nicht so weitergehen! Wir brauchen dringend Remedur!
„Hm, da ist guter Rat teuer. Zeigt er sich insgesamt zugänglich?“
Eher nicht. Alles sei vergänglich, behauptet er vielmehr, und Popmusik ohnehin nur ein Lidschlag in den Äonen menschlichen Unglücks und Ungeschicks. Da helfe nichts und sei es drum allemal besser, sich dem Wälzen des allrüden Schicksals zu ergeben und das allsamte Ende zu gewahren. Lebkuchen lehnt er ab.
„Das ist mißlich. Glühwein ebenfalls?“
Auch diesen. Was nötig wäre, wäre ein grundmusikalischer Theriak, in dem alles enthalten ist, was selbst in Schwerkriegszeiten und im tiefsten nostalgoiden Abyssos der Sehnsucht die Stimmung aufhellt. Also etwa eine Tinktur aus Maxine Brown, Carole King, Rod Stewart, Ella Fitzgerald, Louis Armstrong, Cannonball Adderley, Billie Holiday, Frank Sinatra, Doris Day, Dean Martin, Stan Getz, Frankie Laine, Ben Webster, Johnny Mathis, Bing Crosby, Burt Bacharach, Herb Alpert, Sandy Shaw, Dusty Springfield, Charles Aznavour, Paul Anka, Count Basie, Sammy Davis Jr., Brenda Lee, Sonny & Cher, Marvin Gaye, Dinah Washington, Brian Wilson, Oscar Peterson, Chet Baker, Roy Hamilton, Cliff Richard, Roy Orbison, Leo Sayer, Vera Lynn, Benny Goodman …
„Holla! Alles in einem? Das wird schwer.“
Im Grunde wohl; indes kommt die Rettung möglicherweise aus Los Angeles, aus dem sonnigen kalifornischen Orangenland, wo man im offenen Antik-DeSoto die Küste entlangbraust und das milde Sonnenglitzern die Seele streichelt, mögen anderswo auch Atombomben detonieren. Dorten nämlich trafen sich – selbstverständlich in einem Hollywoodstudio – dereinst die Schauspielerin Zooey Deschanel und der in untergründigen Kreisen bereits gründlich gesalbte Songwriter M. Ward, um ein Duett zu singen, und entdeckten dabei, daß beide über die Maßen entzückt waren und wurden von allem, was George Martin, Phil Spector und der mythische Ralph Peer je produziert hatten. Weil es wärmt, heilt und gut tut, insgesamt und sonders.
„Oh!“
Es stellte sich sodann sogar heraus, daß Zooey einen ganzen Wandschrank voller Songs geschrieben hatte, jedoch zu scheu und bescheiden war, sie je aufzunehmen. Und es stellte sich des weiteren heraus, daß selbige Songs, einmal aufgenommen, einen extrem weichen Punkt der gesamtamerikanischen Seele trafen: Drei Alben auf Platz eins der US-Folkcharts, das ist, um im Jargon zu verweilen, kein Pappenstiel.
„Ja nun. Aber die wird er doch kennen, der Verhärmte?“
Mag sein. Aber sicherlich hatte er in seinem tränenreichen Refugium noch nicht Gelegenheit, das neue Album zu hören, auf dem die beiden mit Großorchesterbegleitung ausschließlich Klassiker covern, und zwar solche aus Zeiten, als Rosa noch rosa und Hellblau noch hellblau und die Horizonte eine strahlende Verheißung waren, als Flippers glitzernde Rückenflosse den heimeligen Ozean schnitt und Naivität die Bürde kleiner Menschen trug wie Fury seinen Reiter.
„Dies klingt aussichtsreich. Aber wird er sie hören wollen, die Botschaft?“
Dies wird er müssen. Nämlich ist ihm eine Ironie zu eigen, die in ihrer durchaus tiefen Schwärze jener des Filmregisseurs Stanley Kubrick ähnelt, der dazumal seinen wundervoll weltuntergängerischen Klassiker „Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ mit dem unwiderstehlich tröstlichen Lied „We’ll Meet Again“ ausklingen und dabei den Planeten in Atompilzen zerblippen ließ. Mit selbigem, minus Pilze, endet auch dieses Album. Widerstehen kann dem niemand.
„Pst! Ich glaube, die Tür öffnet sich. Und war da ein erlöstes Seufzen zu vernehmen?“


Die Kolumne "Frisch gepreßt" erscheint alle 14 Tage im Stadtmagazin IN MÜNCHEN.


Montag, 9. Februar 2015

Im Regal: Raffael Chirbes "Am Ufer" (2014)

Wenn es ein Symbol der sogenannten „Krise“ gibt, die in Südeuropa wie ein sozialer Tornado wütet und ja vielleicht – wenn man den Menschen und somit auch den von ihm entfesselten kapitalistischen Prozeß von Wachstum und Vernichtung zur Natur rechnet – tatsächlich die „Naturkatastrophe“ ist, als die sie beschämte Apologeten erscheinen lassen möchten, dann sind das die Betonskelette ungeborener Häuser, die seit Jahrzehnten in zunehmender Dichte die Küsten des Mittelmeers säumen. Auch auf dem Titel dieses Buchs ist ein solches sinnloses Monstrum zu sehen, hingestellt in der Hoffnung auf Geld und unfertig stehengelassen, nachdem das Geld dorthin verschafft war, wo es hingehört.
Spanien, wir wissen es, ist ein Hauptlabor der „Krise“, wo fast niemand mehr arbeitet und die wenigsten noch etwas haben (die dafür um so mehr), wo man klagt und leidet, protestiert und mit immer brutaleren Mitteln weiterhin Geld zu Geld umverteilt. Davon erzählt Rafael Chirbes: von der Abwicklung des Lebens der nicht mehr Brauch- und Auspumpbaren, aber auch der Kleinprofiteure, denen – allesamt infiziert vom neoliberalen Bazillus mit sämtlichen Symptomen (Gier, Egoismus, quasireligiöse Verblendung, Zynismus) – am Ende nichts bleibt als die Einsicht, keine Seele zu haben: „Jetzt müssen wir das Leben leben, das nach dem Leben kommt“, auf diese oder jene, endgültige Weise.
„Am Ufer“ ist weniger Kunst- als Bergwerk; ein Roman von überbordender Wortgewalt, der den Leser regelrecht überflutet mit Empfindungen, Einschätzungen und Erinnerungen; ein Buch, das offenbar seinen Autor selbst überschwemmt hat: Dessen Sprachmacht kapituliert vor dem Furor der Stimmen und gibt nur noch wieder – wer gerade spricht (und zunehmend auch: wovon), ist schwer zu unterscheiden, passieren tut fast nichts (logischerweise: es ist ja alles schon passiert und geht nun zu Ende). Das entstehende Bild vom seelischen Zustand der Menschen, die all das seit den frühen Achtzigern herbei- und ausgeführt haben, ist der in seiner nihilistischen Konsequenz beeindruckende und deprimierende Lohn einer Lesearbeit, die man nicht unterbrechen sollte, weil man sonst vollends Faden und Interesse verliert.
Am Ende bleibt nur die Frage, wem der Autor all dies mitteilen möchte: den „Mittelschicht“-Millionären, die von der Krise ansonsten nur mitkriegen, daß Rotwein und Crevetten teurer werden und ihr Aktiendepot auf wundersame Weise seit 2008 seinen „Wert“ verdoppelt hat, und deren Monopolfeuilleton und „Kultur“-Betrieb „Am Ufer“ vielleicht gerade deshalb zum „Roman des Jahres“ gewählt hat, weil man sich am Kaminfeuer so schön daran gruseln und hinterher schwer betroffen von den „Werten Europas“ sabbeln kann? den neuneinhalb Bevölkerungszehnteln, die jede Seite davon in eigener Version täglich erleiden und deshalb in den Höllenschlund des Fernsehens flüchten? oder pseudolinken Theoriedilettanten, die das alles irgendwie schon immer gewußt haben und Resignation und Frust über ihre Marginalisierung wahlweise als „Ecce homo!“-Gepranger oder unterschwellig rassistische Tiraden gegen „Kloakennostalgiker“ in die vermeintliche Welt plärren?
Schwer zu sagen. Vielleicht mußte das Buch einfach geschrieben werden, wie eine Lava hinaus muß aus dem Vulkan, damit er nicht platzt.


geschrieben Anfang Februar 2014 für KONKRET


Sonntag, 8. Februar 2015

Frisch gepreßt #329: Bryan Ferry "Avonmore"


Contenance, die vornehm blasse Cousine, ist das distanzierteste Mitglied der Großfamilie Elegance, die schon insgesamt nicht übermäßig sociable ist und das smoothe, reclusive Countryside-Leben allemal dem nervösen Treiben in den irdischen Metropolen der Mittelmäßigkeit und Betriebsamkeit vorzieht. Von der Contenance erzählt man sich beispielsweise folgende Anekdote:
Am 29. Dezember 2000 saß sie in einem Flugzeug, das sie von London nach Nairobi tragen sollte, als ein geistig verwirrter Mensch das Cockpit erstürmte, das Steuerruder ergriff und herumriß, woraufhin es zum Handgemenge kam und das Flugzeug, ruckartig aus seiner Bahn gerissen, ein wildes Hin und Her von unkontrolliertem Sturz und Zickzackkurs vollzog, in dessen Verlauf mehrere Passagiere Verletzungen erlitten und eine Stewardess sich einen Knöchel brach. Ein fataler Absturz schien unvermeidlich; inmitten der Panik und des wilden Verzweiflungsgebrülls aber saß Contenance und wies in aller Seelenruhe einen ihrer Söhne zurecht, weil der sich in unangemessener Wortwahl äußerte.
Da die Contenance stets unter Camouflage reist, wählte sie in diesem Fall wieder einmal das Alias Bryan Ferry; der Name, man weiß es, steht verkörpernd für die Gesamtfamilie Elegance, weist aber noch weitere Konnotationen auf: Man verbindet ihn mit der Stimme der stilvollen Verlassenen, der unsterblichen romantischen Allegorie, des ungebrochenen Gebrochenen, der in seiner epochalen Einsamkeit die welke Rose hütet, die einst dem romantischen Ideal weltferner, ewiger und reiner Liebe entblühte.
Diese Stimme ist berühmt dafür, daß sie in über die Jahrzehnte schwindender Körperlichkeit über den mondänen Rhythmen diesseitiger Jenseitigkeit schwebt, mühelos changierend zwischen der Hysterie entfesselter Feste mit Melchisedech und blauem Pool, der weltfernen Sehnsucht aus der Zeit gestürzter Ideal-20er und der strahlenden Gräue mythischen Einzelseins. Sie nimmt den Schmerz derer auf, die in Tränen zerfließen, wenn ein neuer Herbst die alten Rituale bringt und wieder einmal ein Mensch davongeht, um sich den Mechanismen modernen Wimmelns zu ergeben.
So verzauberte Bryan Ferry die Welt mit Musik, von den souverän wahnwitzigen Sturzflügen der frühen Roxy-Jahre bis hin zu den fast nicht mehr wahrnehmbaren elektronischen Zitterklängen des diamantenen Zeitalters, die ohne seine Stimme zum blasierten Nichts zerblippt wären, von honigsüß träumender Nostalgie bis zum makellos schimmernden Fernfuturismus.
Fühlende Menschen unserer Epoche, der Elegance als Ideal zugeneigt, tragen diese Stimme in sich, folgten und folgen ihr durch die Dekaden, seit „Virginia Plain“ und „Song For Europe“, fanden noch im neblig-entseelten Perfektionismus der mittleren 80er bis 90er einen Hauch der Essenz, baden in tiefblauen Stunden in der Unfaßbarkeit des aller Zeit enthobenen Wunderwerks „As Time Goes By“, lassen sich noch beim tausendsten Hören die Haare aufstellen von der Reconciliation mit dem Welten fernen Seelen- und Herzensbruder Brian Eno („I Thought“, 2002).
Und sie werden mit einer leichten Geste darüber hinwegsehen, daß auf dem vierzehnten Soloalbum, das den Namen Bryan Ferry trägt, manches an die erhabene Leere von „Avalon“ (von demselben Rhett Davies produziert) erinnert, manch ein rhythmisches Fundament wie ein Aluminiumteppich wirkt und die edlen Mitmusiker – nennen wir Nile Rodgers, Marcus Miller, Maceo Parker, Mark Knopfler und Johnny Marr – bisweilen wie Schlafwandler durch die Kulissen tänzeln. Schließlich ist es die Stimme, die zählt, die – mittlerweile stellenweise fast bis zum Hauch skelettiert – immer noch alles trägt und nimmt, was das Leben schwer zu machen trachtet.
Und spätestens wenn Ferry in „Lost“ mit manikürtem Kleinfinger „Dance Away“ andeutet, Steven Sondheims millionenfach gecovertes „Send In The Clowns“ ins Gewand einer absurd-fragilen Seiltanzhymne hüllt und Robert Palmers „Johnny & Mary“ zum Sinnbild menschlicher Vergeblichkeit reduziert, wagen sie ein Lächeln: Da ist sie wieder, die Contenance im Angesicht aller Abgründe.


Die Kolumne "Frisch gepreßt" erscheint alle 14 Tage im Stadtmagazin IN MÜNCHEN.


Samstag, 7. Februar 2015

Frisch gepreßt #328: Led Zeppelin „Houses Of The Holy (Remastered Deluxe Edition)“


1973 war ein merkwürdiges Jahr, eine grenzwertig pubertäre Mischung aus Exzeß und Psychose, aus deliriös betrunkenem Sex auf dem Hochseil und dem tiefsten Abgrund verkaterter Heuldepression. Sogar Slade, die Knallfroschabteilung der gerade noch flammenden, flirrenden und flitternden Glamrockszene, schrieben damals Balladen! Zu schweigen von Roxy, Bowie, Cockney Rebel – allerorten epochale Trauer, aufgepumpt mit Weltschmerzpathos und Nebelschwaden von Kokain oder vielmehr deren Nachwehen.
Led Zeppelin waren damals die größte Band der Welt – goldene Götter, die vor unüberschaubaren Massen weniger spielten als Messen zelebrierten und für ein Viertel der Umsätze des Plattengiganten Atlantic sorgten. Und doch wollten die Doorkeeper der wahren Großkultur sie nicht einlassen, ignorierte sie das Feuilleton als Arbeiterklassenkrawallisten, während die Rolling Stones mit Filmstars, Literaten und Andy Warhol rumhingen, Alice Cooper mit Salvador Dali tanzte und man Doktorarbeiten über Pink Floyd schrieb.
Led Zeppelin galten als „Heavy Metal“, als aufgeblasener Popanz ohne Substanz. Selbst Queen nahm man ernster: Die konnten immerhin mit der Zunge in der Backe zwinkern, Deep Purple stampften präziser und erdiger, und mit den lyrischen Phantasieuniversen von Yes konnte Robert Plants Hobbit-Geplänkel nicht mithalten.
Das fünfte Album war zumindest optisch ein Paukenschlag, wie ihn die Musikwelt noch nicht erlebt hatte: Klappcover ohne Titel und Bandnamen, nur ein Bild, aber was für eines! Musikalisch definierte und untermauerte es die ganze Größe und Tragik der Band: Es beginnt mit „The Song Remains The Same“, einem Wirrwarr aus Riffs, die Jimmy Page in seiner notorischen Schlampigkeit in die Gegend schmiert, während Robert Plant wie eine hilflose Stadiontröte irgendwas röhrt. Zu allem Überfluß wurde der Schmarrn dann auch noch – wohl um Virtuosität zu simulieren – so beschleunigt überspielt, daß der Gesang wie Minni Maus auf Helium klingt und John Bonhams wuchtige Trommeln zu einem Haufen Pappkartons degenerieren. Punkt.
„The Rain Song“ ist das komplette Gegenteil: ein verträumtes Meisterwerk aus ungreifbar ineinander verschlungenen Harmonien, gefolgt von dem ebenfalls enormen „Over The Hills And Far Away“ mit seiner nüchtern-ländlichen, von pfiffigen Triolen metrisch verzauberten Akustikfigur und klassischen Zep-III-Synkopen. Und dann aber wieder „The Crunge“, kaum mehr als ein Faschingsscherz, eine in die eigene Hose gebombte James-Brown-Funk-Verarschung mit Angebermetrum (fünf Achtel! neun Achtel!) und Monty-Python-Schlußgag, bei der man sich beim Tanzen garantiert drei Zehen bricht.
Die Frage, was an all dem „Heavy Metal“ sein soll, kann auch LP-Seite zwei nicht beantworten: weder die absurden Akkordfolgen und aufreizend antithetisch müden Gesangslinien von „Dancing Days“ noch der bizarre Bubblegum-Reggae „D'yer Mak'er“, John Paul Jones' filmisch grandioses, merkwürdig unvollendetes Meisterwerk „No Quarter“, schon gar nicht die unspektakulär wummsende Fanmassen-Hommage „The Ocean“ mit ihrem komischen Riff, dem Doo-wop-Chor und dem Dienst-nach-Vorschrift-Stechuhrschluß.
Die Höhepunkte der Platte und zugleich möglicherweise des Gesamtwerks der Band zeigen vielmehr, was Led Zeppelins wahre, oft verborgene Stärken waren: sinfonisch-progressiver Glampop, der auf einem Roxy-Album nicht fremd gewesen wäre (von der Stimme mal abgesehen), und tieftraditioneller, zugleich höchst origineller Folkrock. Der Rest – mittelmäßig-belangloser Hardrock und mehr oder weniger nette Parodien – steht sinnbildlich für das fehlende Gespür, mit dem Led Zeppelin zwischen Genie und Krampf herumtorkelten.
Ein seltsames Jahr, ein seltsames Album: das beste und zugleich schlechteste einer Band, die niemand je ganz begreifen wird, weil sie sich selbst nicht begriffen hat.


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Freitag, 6. Februar 2015

Belästigungen 02/2015: Ein paar ironiefreie Bemerkungen zu Charlie Hebdo, „Pegida“, „Bagida“, „Mügida“ und einigem anderen

Am 22. Juli 2011 erschoß ein Mann in Norwegen 77 Menschen. Am 7. Januar 2015 erschossen drei Männer in Paris 17 Menschen.
Der norwegische Mörder gab an, er habe sein Land gegen den Islam und einen sogenannten „Kulturmarxismus“ verteidigen wollen. Im Urteil spielte diese idiotische Begründung keine Rolle, auch in der Berichterstattung behauptete meines Wissens niemand, es habe sich um „christlichen“, „antiislamischen“ oder „antimarxistischen“ Terrorismus gehandelt. Die Pariser Mörder sollen vor ihrer Tat „Allahu akbar!“ gerufen haben. So gut wie keine Meldung zu dem Anschlag kommt ohne den Begriff „islamistischer Terror“ aus.
Es ist viel davon die Rede, es sei dabei um Karikaturen gegangen. Es müsse, so heißt es, auch weiterhin möglich sein, Witze zu machen, ohne erschossen zu werden. Dies ist zweifellos richtig. Es ging bzw. geht aber in beiden Fällen weder um Karikaturen noch um Witze noch um Meinungsfreiheit, und es geht auch nicht um den Islam.
Beide Attentate waren extreme Provokationen mit dem Ziel, Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen, Ressentiment, Haß und Gewalt zu fördern. Im ersten Fall war diese Provokation wenig erfolgreich: Der beabsichtigte Kreuzzug blieb ebenso aus wie ein Aufruf zum Dschihad gegen den Täter und sein Umfeld. Im zweiten Fall trifft die Provokation hingegen offenbar auf gut gedüngten Boden. Jeder, dessen Geschäft es ist, sich öffentlich zu äußern, glaubt nun, öffentlich äußern zu müssen, man dürfe sich nicht den Mund verbieten lassen. Gemeint ist: von Muslimen, die der „westlichen Welt“ ihre angebliche Witzfeindlichkeit mit der Kalaschnikow aufzwingen wollen.
Ich halte nicht sonderlich viel von Religionen. Ich denke aber nicht, daß es Inhalt und Zweck einer der großen Religionsgemeinschaften der Welt ist, Andersgläubige und Glaubensbrüder zu töten. Vielmehr denke ich, daß die Trauer um Tote ein wesentliches Motiv jeglichen religiösen Glaubens ist. Deshalb vermute ich, daß der überwiegende Teil der 1,6 Milliarden Muslime ebenso um die Toten von Norwegen getrauert hat und um die Toten von Paris trauert wie die meisten anderen religiösen und nichtreligiösen Menschen. Wir trauern also gemeinsam, und „wir“ trauern gemeinsam mit denen, gegen die „wir“ uns nun reflexartig wehren zu müssen glauben, die aber ebenso ein Teil des großen Wir sind wie „wir“.
Ich habe keine Lust, mich wehren zu müssen, nicht gegen eine Gefahr, die unberechenbar ist, weil sie ganz offensichtlich einem plötzlich hervorbrechenden Wahnsinn entspringt (bei dem es völlig irrelevant ist, ob er sich auf irgendwelche „religiösen Motive“ beruft). Ich will nicht durch eine diffuse öffentliche Meinung gezwungen werden, Millionen mir vollkommen unbekannte Menschen in ein Boot mit wahnsinnigen Massenmördern zu werfen, nur weil sie derselben (oder einer ähnlichen) Religion anhängen. Ich möchte mich weder von diesen Mördern noch von vermeintlich „betroffenen“ anderen zu Ressentiment, Haß und Gewalt provozieren lassen.
Ich mache gerne Witze. Menschen neigen dazu, lächerliche Dinge zu tun, über die man sich lustig macht. Es kann passieren, daß davon Religionen betroffen sind, weil (auch) Religionen nun mal menschlicher Natur sind und daher einen gewissen Hang zur Lächerlichkeit haben.
Ich will aber ebenfalls nicht mit Karikaturen von schmutzigen, warzigen, bewaffneten „Islamisten“ überschwemmt werden, mit Zeichnungen von hakennasigen, geldraffenden Juden und – ja, wie sehen eigentlich rassistische Darstellungen von Christen, Buddhisten, Hindus etc. aus? Es ist mir egal, ich möchte sie nicht sehen.
Vielleicht ist es möglich, uns gegenseitig als Menschen zu respektieren, ohne daß dafür erst wieder der Schock eines großen Krieges nötig ist. Vielleicht können wir unsere uns allen eigene Lächerlichkeit als eine Eigenschaft akzeptieren, die uns nicht trennt, sondern verbindet. Wahnsinnige Mörder und brüllende Provokateure werden wir damit weder aufhalten noch zur Vernunft „bekehren“ können. Es könnte aber dazu beitragen, abseits solch schrecklicher Verbrechen ein schöneres Leben zu führen und in dem wahrscheinlichen Fall, daß sich wieder etwas ähnliches ereignet, andere Schlüsse daraus zu ziehen, den Provokateuren nicht auf den Leim zu gehen und dafür zu sorgen, daß ihre Taten andere Folgen haben als die, auf die sie spekulieren.
Ich bin mal bei der Einreise in die USA gefragt worden, welcher Rasse ich angehöre. Die Frage ist leicht zu beantworten. Ich kenne Leute unterschiedlichster Herkunft, Sprache, Statur, Religion, Intelligenz, Hautfarbe, Schuhgröße, Klassenzugehörigkeit, sexueller, beruflicher und politischer Orientierung. Es läßt sich aber genetisch nachweisen, daß sie alle einer einzigen Rasse angehören. Diese Rasse heißt Mensch, eine zweite gibt es nicht. Ich hoffe, daß niemand jemals wieder in einem Land, in einer Welt leben möchte, wo Religion zur Rasse umdefiniert wird.
In manchen Situationen ist es verständlich, angemessen, manchmal sogar hilfreich, wenn sich Trauer in Wut verwandelt. Wut braucht aber einen legitimen Gegner. Im Falle des Massakers in Norwegen sitzt der legitime Gegner im Gefängnis, wahrscheinlich bis zum Ende seines Lebens. Die Mörder von Paris sind von der Polizei getötet worden. Wut ohne legitimen Gegner führt zu Hysterie und Raserei, zu Pogromen und Schlimmerem. Und zu dem, was sich Patriotismus schimpft. Wut ohne legitimen Gegner trifft immer die Falschen.
Da es keinen legitimen Gegner gibt, sollten wir unsere Wut hier und jetzt wieder in Trauer verwandeln. Und die Trauer, sobald das möglich ist, in Vernunft. In Besonnenheit, Respekt und Demut.


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Donnerstag, 5. Februar 2015

Frisch gepreßt #327: Thurston Moore "The Best Day"


Im späten Oktober und frühen November kommt die Welt langsam zum Erliegen, und in den Lücken und Rissen der fransig werdenden Entwicklung tauchen alte Gesichter auf, was nicht immer unbedingt erfreulich ist. Wer mag und entsprechend gestimmt ist, kann den ganzen Winter in Reminiszenzen baden – neue Alben von Prince, Lenny Kravitz, Farin Urlaub, Bob Seger, Pink Floyd, AC/DC, Holly Johnson bieten hinreichend Material zur Fortsetzung oder Wiederaufnahme verwehter Jugendlichkeiten diverser Art als nicht immer lustige Farce, und selbst Billy Idol ist als gebleichter Barbie-Ken aus dem Formaldehydkessel erstanden, um noch mal so zu tun, als wäre er Billy Idol.
Es ist nun mal (leider) so, daß Popmusik (wie auch immer man sie nennt) einer schwammig definierten, aber insgesamt recht eindeutigen Generation an- und zugehört und auf gewisse Anhaltspunkte nicht verzichten kann. Dazu gehört die Behauptung, man sei irgend etwas „immer noch“ und werde ganz bestimmt nie alt oder anders. Die Frage, wieso sich die nostalgische Sehnsucht nach dem unschuldigeren Selbst früherer Zeiten mit dem größtenteils fürchterlichen Affentheater älterer (seltsamerweise meist) Herren, die keine älteren Herren sein wollen, besser bedienen lassen sollte als mit den dadurch desavouierten und mit dem Schlammlack der Lächerlichkeit übergossenen Originalen (in Super-Deluxe-Edition), ist schwer zu beantworten. Es muß eben weitergehen, und da den Jüngeren Popmusik so viel bedeutet wie Popcorn, hofft man auf Mythen vom Opa, der notfalls mit Glubschbrille, Perücke und Gehwägelchen Freiheit, Sex und Rebellion perpetuieren muß.
Streng genommen gehört auch Thurston Moore zu dieser Riege der Ewig(gleich)en: Er ist 1958 geboren, hat ungefähr eine Fantastilliarde Platten veröffentlicht und, wie man so sagt, mindestens ein „Genre“ „geprägt“. Schwer zu sagen, weshalb bei ihm dennoch alles anders ist – vielleicht hat er als Jugendlicher die richtigen Vorbilder (Wire, Public Image Ltd., The Pop Group) und Lehrer (Glenn Branca) gewählt, vielleicht einfach zu viel gemacht, um sich festlegen zu lassen. Möglicherweise half und hilft ihm seine Neugier, und mit Sicherheit ist es diese beständige Lust auf Annäherung an das Geheimnis, das tief verborgene Herz der Musik als direkter Expression wahrer Empfindung, und zugleich Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb eines streng beschränkten Instrumentariums und Umgangs damit (eine Gitarre, offen gestimmt und elektrisch verstärkt, deren Zwei-, Drei- und Vielklänge sich in freier Oszillation zu sprachfernen Erzählungen sammeln), was ihn antreibt und verhindert, daß er wie die eingangs genannten Protagonisten zur One-Trick-Gipsfigur erstarrt.
Es war und ist nicht immer leicht, die bisweilen scheinbar achtlos an den Wegrand geschmissenen Ergebnisse von Thurston Moores Suche zu genießen; frühe Aufnahmen seiner Band Sonic Youth mögen selbst einigermaßen geübten Ohren wie ein Wirbelsturm von Lärm erscheinen. Selbst Meisterwerke wie „Washing Machine“ und „A Thousand Leaves“ geben ihre Schönheit erst preis, wenn man sich durch rostigen Metallschrott gekämpft und das Gehör geschult hat; die Myriaden von Aufnahmen und Spielereien außerhalb der Band dürfen als kaum kartographierte Wüste gelten.
Aber Thurston Moore ist eben auch ein Mensch, ein Mann zudem, für die „gewöhnlichen“ Kleinigkeiten und Mechanismen des Lebens ebenso anfällig wie jeder von uns: Vor einigen Jahren überfiel ihn die als „Midlife Crisis“ bekannte Mischinfektion aus Manie, Sehnsucht, explosiver Restjugend und Endzeitverzweiflung; ihre Verkörperung war (und ist) wie meist weiblich und ein Vierteljahrhundert jünger. Er beendete seine fast dreißig Jahre währende Indie-Traumehe mit SY-Bassistin Kim Gordon, räumte die Band in den Keller und gründete eine neue, die der alten nicht zufällig ähnelt: Baß spielt Debbie Googe von My Bloody Valentine, der ziemlich kongeniale Gitarrist James Sedwards gibt den neuen Lee Ranaldo, und Schlagzeuger Steve Shelley blieb einfach sitzen, wie das Schlagzeuger gerne tun.
Eine solche „Wiedergeburt“ könnte, s. o., perfekt in die Hose gehen, aber das tut sie nicht. „The Best Day“ ist hinreißend nostalgisch (man betrachte das Cover und versuche sich zu wehren) und zugleich revolutionär jetztzeitig, ein Aufbruch zu einem unklaren, unwiderstehlichen Traum und ein akribischer Kampf um den Weg dorthin – primitiv und raffiniert, laut und feinsinnig, zärtlich und brutal, monoton und überströmend von glitzernden Details. Stünde da „Sonic Youth“ drauf, wäre es eine Art Erfüllung, so ist es ein einsamer Diamant, ein pumpendes, verletzliches Herz im scheintoten Körper einer Musikwelt, mit der Thurston Moore nie etwas zu tun hatte und die er mit einer Geste heroischer Demut und nachdenklicher Raserei rettet. Auch wenn sie das möglicherweise nicht bemerken wird.


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Mittwoch, 4. Februar 2015

Belästigungen 01/2015: Aufbruch 2015 - Mit dem „sexiest man alive“ in den deutschen Wald

Neulich brachte ich auf dem Berliner Hauptbahnhof die achtundfünfzig Minuten Zeit des Wartens auf meinen Zug nach Augsburg damit zu, mich verdächtig zu machen, indem ich im ungefähren Kreis durch die Hallenetagen flanierte, ohne die vollkommen uninteressanten Schaufenster und Fettbapp-Ausgabestellen eines Blickes zu würdigen. Da teilte mir ungefragt und unvermittelt ein Spalier von Leuchttafeln im Vierminutentakt mit, ein Chris Hemsworth sei zum „sexiest man alive 2014“ gewählt (!) worden.
Ich habe noch nie etwas von einem Chris Hemsworth gehört, der laut ergänzender Information „Dreifach-Papa und Ehemann“ ist, was ihn aber sicherlich noch nicht zum „sexiest man alive“ qualifiziert. Dreifachpapas und Ehemänner gibt es schließlich mehrere, möchte man meinen, und besonders sexy (also als Partner zur Durchführung eines Geschlechtsverkehrs wünschenswert) sind die wenigsten davon. Es muß, denke ich, wohl eher was Berufliches sein, aber was hat Chris Hemsworth wohl für einen Beruf? Und wieso habe ich übrigens keine Wahlbenachrichtigung erhalten?
Das sind wahrscheinlich so Gedanken, die einen am Leben erhalten, zumindest geistig, so ähnlich wie die von diesbezüglichen Fachleuten gerne verschriebenen Kreuzworträtsel. Und damit wäre wieder einmal bewiesen, daß die vielgeschmähten Medien einen unverzichtbaren Bildungsauftrag erfüllen: Ohne ihr unermüdliches Mühen wäre mir womöglich irgendwo auf einem Bahngleis zwischen Preußen und Schwaben das Hirn zur Dattel geschrumpft. So indes erfuhr ich nicht nur, wer Chris Hemsworth ist (ein Darsteller, der in ein paar Seifenopern sowie „durchschnittlichen“ bis fürchterlich schlechten Filmen herumgelaufen ist und aussieht wie ein Schuhschrank mit Unterkiefer), sondern auch daß „sexiest man alive“ der bislang einzige „Preis“ ist, den er in seinem Pokalschrank stehen hat. Immerhin! kann ich da nur sagen.
Dies ist der Weg der individuellen Evolution: Man erhält eine unverhoffte Mitteilung, fragt sich unwillkürlich, sammelt Informationen und ist kurze Zeit später ein klügerer Mensch. Aber nicht nur das: Man ist Teil einer ganzen Spezies, die soeben einen möglicherweise entscheidenden Schritt in ihrer Entwicklungsgeschichte getan hat. Denn ich bin ja keineswegs der einzige Homo sapiens, in dessen Synapsen sich an diesem Tag der Begriff „Chris Hemsworth“ hineinevolutioniert hat: Am selben Tag, zur selben Stunde vagabundierten abertausende Artgenossen im Berliner Hauptbahnhof herum und erfuhren von Chris Hemsworths strahlendem Wahlsieg.
Berücksichtigen wir, daß das Reklamegebimse auf den bahnhöflichen Leuchttafelspalieren höchstwahrscheinlich von einer Agentur zentral gesteuert und auf sämtlichen deutschsprachigen Zughaltestellen gleichzeitig ausgestrahlt wird, könnte uns regelrecht bang werden. Es müssen Millionen sein, für die etwas namens „Chris Hemsworth“ bis dahin gar nicht existierte und die nun für den Rest ihres Lebens die ins Hirn tätowierte Information „sexiest man alive 2014!“ mit sich herumtragen.
Am Neujahrstag dieses knusprig frischen Jahres fragte mich ein lieber Mensch, ob ich nicht Lust hätte, meinen seit zwei Jahren stillgelegten Fernseher mal wieder anzuwerfen und mit ihr den „Tatort“ anzuschauen. Es gehört zu meinen immerwährenden guten Vorsätzen (nicht nur an Neujahr), alles, was ich eigentlich nicht tue oder aus guten Gründen ablehne, aus guten Gründen (oder einfach so) doch zu tun. Gut so, es war ein erfreulicher und vergnüglicher Abend: Im Ofen knackten die Scheite, die Handlung dümpelte vor sich hin, die Darsteller nuschelten um die Wette, und wir ließen uns von unseren anderweitigen Gesprächen bald nur noch dann ablenken, wenn wieder mal eine besonders unwahrscheinliche Wendung alle vorigen unwahrscheinlichen Wendungen in den Schatten stellte.
Am Ende war jemand der Täter, allerdings weiß ich nicht mehr, wer, weil sich wieder mal eine unverhoffte Information wie ein Spreißel in meine unbewußte Aufmerksamkeit gebohrt hat: eine Erwähnung des „keltischen Horoskops“, von dessen Existenz ich bis dahin noch nie gehört hatte. Ein paar Stunden später wußte ich zwar immer noch nicht wieder, wer der Mörder war, dafür war mir nun aber unter anderem bekannt, daß es ein keltisches Horoskop gar nicht gibt, weil es ein Fake aus dem 20. Jahrhundert ist, und daß es trotzdem mindestens ebenso zutrifft wie jedes andere Horoskop, von dem ich noch nie gehört habe. Eigentlich sogar noch mehr: Es könnte das „sexiest horoscope 2015“ sein, schon weil ich nun auch weiß, welch hübscher Mischforst aus Tanne und Ahorn da auf meinem Sofa vor dem „Tatort“ herumwaldete.
Vor allem aber werde ich die Vorstellung nicht los, wie am Neujahrsabend ungefähr 60 Millionen Deutsche, die noch keine Ahnung haben, daß sie Bäume sind, vor dem Fernseher gammeln, Kalauer über tiefgekühlte Leichen in sich hineintröpfeln lassen – und unmittelbar danach mit einem ameisenartigen Großangriff das gesamte Internet lahmlegen, indem sie fieberhaft ergoogeln, aus welchem Holz sie geschnitzt sind und ob dieses Vorzeichen mit ihrem bisherigen Lebensweg und -wandel überhaupt in Einklang zu bringen ist. In ferner Zukunft werden wir dann in den Geschichtsbüchern nachlesen können, zu Beginn des Jahres 2015 n. Chr. sei ein gewaltiger Ruck durch Deutschland gegangen und habe das alte Klischeewort vom „deutschen Wald“ mit völlig neuem Sinn erfüllt.
Es könnte allerdings auch sein, daß sich niemand mehr daran erinnert, wie dazumal ein vergessener Kolumnist nach einer mal wieder intensiven Silvesternacht einen ganzen Nachmittag und Abend lang versuchte, einen klaren und der Verbreitung würdigen Gedanken zu fassen. Und daß ihm dies möglicherweise mißlang. Weshalb er es bei einem Wunsch bewenden ließ: „Sexiest year alive“, ihr Lieben mit und ohne Laub!


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